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Thema des Tages
Thema des Tages von Gestern den 10.08.2022 - (neu um 11 Uhr)
Regen in Sicht?!
 
 

Auch in diesen Tagen lautet das "Wettermotto" wieder einmal zu warm und zu trocken. Zum Start in die kommende Woche könnte ein Wetterwechsel für etwas Niederschlag sorgen.

Das vielerorts sehr trockene und hochsommerliche Wetter setzt sich auch in dieser Woche fort. Dafür verantwortlich ist eine umfangreiche Hochdruckzone namens "Oscar", die sich mit verschiedenen Schwerpunkten von den Azoren über die Britischen Inseln und die Nordsee bis nach Nordwestrussland erstreckt. Diese drängt aktuell atlantische Tiefausläufer zuverlässig nach Norden ab. Während also in den kommenden 24 Stunden an der Küste Norwegens strichweise über 100 Liter pro Quadratmeter (kurz: l/qm) Regen fällt, setzt sich bei uns das vielfach sonnige und hochsommerlich warme Wetter fort.

Hoffnung auf großflächige Niederschläge gibt es in Deutschland weiterhin keine und somit ist auch eine Linderung der aktuell vorherrschenden Trockenheit nicht in Sicht. Dabei wäre eine längere "Abkühlung" dringend nötig.

Dies zeigt auch die bisherige Niederschlagsbilanz des Sommers. Im Flächenmittel kamen seit 01. Juni 2022 rund 103 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Was in Norwegen jetzt innerhalb eines Tages niedergeht, sah Deutschland also in 2,5 Monaten. Auch der Vergleich zu anderen trockenen Sommern in Deutschland spricht Bände: Im Jahr 1911 fielen im Schnitt 124 l/qm, im Jahr 2018 waren es knapp 130 l/qm. Theoretisch ist es also noch möglich, dass der aktuelle Sommer rekordverdächtig wird. Im klimatologischen Mittel (1961-1990) sollen hierzulande übrigens im Flächenmittel 239 l/qm an Regen fallen. Davon gab es bisher erst rund 43%.

Wann ist der nächste Regen nun in Sicht?

Am Freitag und am Wochenende nähert sich von Osteuropa her ein Tief, das meist nur in höheren Luftschichten ausgeprägt ist. Dadurch bilden sich im Osten und Südosten tagsüber einige Quellwolken, aus denen es zumindest vereinzelt auch mal schauern oder blitzen kann. Flächige Niederschläge werden aber erst einmal nicht erwartet. Stattdessen legen die Höchstwerte im Wochenverlauf bei viel Sonnenschein noch etwas zu und steigen im Westen auf Werte von rund 34 Grad.

Zum Start in die neue Woche deutet sich in den aktuellen Modellprognosen ein möglicher "Lichtblick" in Form eines Wetterwechsels an. Dann könnte auch bei uns tiefer Luftdruck vom Nordostatlantik her wieder vermehrt für Schauer und Gewitter sorgen. Wie viel Regen der tiefe Luftdruck bringt, ist allerdings noch sehr unsicher. Dies zeigt sich deutlich, wenn man den gestrigen Modelllauf des IFS (Wettermodell des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage) mit dem heutigen Vergleich. Dargestellt in der Grafik zum Thema des Tages (siehe https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/8/10.html) sind dabei die akkumulierten Niederschlagsmengen bis Donnerstag in einer Woche (18.08.2022). Insbesondere im Süden und Osten konnte man nach dem gestrigen Lauf (linke Abbildung) noch gebietsweise 20 bis 30 l/qm erwarten, in der Spitze waren es am Alpenrand sogar über 80 l/qm. Den aktuellen Modellprognosen vom 10.08. nach zu urteilen, bleibt es im Osten nun nahezu vollständig trocken, am Alpenrand werden örtlich noch rund 10 l/qm vorhergesagt.

Das Fazit? Die Chancen auf Regen sind in der kommenden Woche durchaus gegeben. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Für eine detaillierte Beschreibung des Wetterablaufs ist es aber aus heutiger Sicht noch etwas zu früh.

MSc.-Met. Sebastian Schappert Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 10.08.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 
 
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Thema des Tages - Gestern
Thema des Tages von Vorgestern den 09.08.2022
  Was ist eine Fallböe?  
     
 



Bei einem Gewitter am vergangenen Freitag wurde in Bad Wurzach in Oberschwaben das Dach einer Halle abgedeckt und ein Schaden in Millionenhöhe verursacht. Schnell war von einem Tornado die Rede. Nähere Untersuchungen deuten auf eine Fallböe hin. Doch was ist eine Fallböe?

Auch wenn Unwetter diesen Sommer vergleichsweise selten sind, so traten am Freitag im Vorfeld von einer Kaltfront besonders im Süden dennoch einige schwere Gewitter auf. Eines davon traf am Freitagabend Bad Wurzach in Oberschwaben. Dabei wurde ein Hallendach abgedeckt und ein Schaden in Millionenhöhe verursacht. Schnell machte der Verdacht eines Tornados die Runde. Nähre Untersuchungen konnten dies jedoch nicht bestätigen. Doch ein weiteres Phänomen, das in Zusammenhang mit schweren Gewittern steht und häufiger vorkommt als Tornados, scheint in diesem Fall wahrscheinlicher. Die Rede ist von sogenannten "Fallböen" (engl. Downburst).

Obwohl Fallböen ebenso starke Schäden verursachen können wie Tornados, sind sie dennoch vielen Leuten unbekannt. Fallböen sind wie auch Tornados meist mit schweren Gewittern verbunden, wobei auch bei den Fallböen die stärksten Ereignisse häufig im Zusammenhang mit rotierenden Gewitterzellen, den sogenannten "Superzellen", auftreten. Dennoch unterscheiden sich Fallböen physikalisch wesentlich von Tornados. Tornados sind stark rotierende Luftwirbel mit vertikaler Drehachse, die sich aus einer Schauer- oder Gewitterwolke entwickeln und Verbindung mit dem Boden aufnehmen. Oft sieht man dabei ausgehend von der Gewitterwolke einen bis zum Boden reichenden auskondensierten rotierenden Wolkentrichter oder Schlauch. Downbursts oder Fallböen hingegen entstehen, wenn kalte Luft in einem Gewitter nach unten fällt, auf den Boden trifft und sich dort in linearer Richtung ausbreitet. Dabei können Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreicht werden.

Doch wie genau kommt es zu dieser fallenden kalten Luft? Innerhalb starker Gewitter bilden sich in den höheren Wolkenschichten oft größere Hagelkörner. Haben diese eine gewisse Größe erreicht, kann sie der Aufwind in der Gewitterwolke nicht mehr in der Wolke halten und sie beginnen herab zu fallen. Beim Fallen gelangen die Hagelkörner in tiefere und wärmere Luft. Sie beginnen zu schmelzen, sobald die Lufttemperatur über den Gefrierpunkt steigt. Zum Teil entstehen dabei Regentropfen. Fallen diese in trocknere Schichten, setzt schnell Verdunstung ein. Dies geht umso schneller, je trockener die Luft ist. Sowohl beim Schmelzen des Hagels, als auch bei der Verdunstung der Regentropfen wird der Luft Energie in Form von Wärme entzogen, wodurch sie sich abkühlt. Da nun die kalte Luft schwerer ist, als die umgebende Warmluft, wird sie nach unten beschleunigt und trifft dann irgendwann auf den Boden. Von weitem sieht es oft so aus, als ob ein "Sack" aus dem Gewitter herausfällt (siehe Abbildung). Trifft die Luft auf den Boden auf, so breitet sie sich dort horizontal aus. In diesem Downburst hat man häufig die stärksten Niederschläge sowie auch Hagel. In unmittelbarer Nähe sieht ein Downburst wie eine "weiße Wand" aus, die sich rasend schnell bewegt. Das Schadenspotenzial von Downbursts ist häufig sogar größer als das von Tornados, da meist eine größere Fläche betroffen ist und nicht eine schmale Schneise der Verwüstung, wie sie meist ein Tornado hinterlässt.

Solche Sturmschäden wie in Bad Wurzach werden, genauso wie auch Tornados und andere Unwetterbegleiterscheinungen (großer Hagel, Blitzschäden, Schneestürme, Lawinen usw.), werden nach ihrer Untersuchung in einer europäischen Unwetterdatenbank, der European Severe Weather Database (ESWD (www.eswd.eu)), erfasst und der Öffentlichkeit sowie der Forschung zur Verfügung gestellt.

Dipl.-Met. Christian Herold Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 09.08.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 
 
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